Lebensweise der Wildbienen

Wildbienen findet man in einer Vielzahl unterschiedlicher, bevorzugt warmer und trockener Lebensräume. Wichtig ist das Angebot an Nistmöglichkeiten und Nahrungsquellen. In Österreich gibt es rund 690 Bienenarten mit jeweils charakteristischen Ansprüchen an ihren Lebensraum.

Eine Vielzahl von Blüten für eine einzige Biene
Bienen benötigen eine große Menge Pollen und Nektar zur Ernährung ihrer Larven. Bis zur Verproviantierung einer einzigen Zelle sind Blütenbesuche an einer Vielzahl (bis mehrere Hundert) von Blüten notwendig. Der Pollen wird hauptsächlich von den Larven als Proteinquelle benötigt. Adulte Wildbienen ernähren sich vor allem von Nektar.

Sandbiene Andrena scita, Pachinger

Nicht jede Biene sammelt an jeder Blüte. Es gibt oligolektische und polylektische Bienenarten. Die Bezeichnung bezieht sich auf die Spezialisierung der Biene auf bestimmte Pflanzenarten, -gattungen oder –familien. Ist die Biene sehr spezialisiert, nennt man das oligolektisch. Hat sie keine besonderen Präferenzen und sammelt von den verschiedensten Blüten, nennt man das polylektisch. Um möglichst viele Bienenarten ihre Nahrungsquelle bieten zu können ist eine hohe Blütenvielfalt besonders wichtig.

Manche leben lieber allein
Die meisten Wildbienen leben solitär – quasi als Einsiedler. Das Weibchen versorgt seine Brut alleine. Die Nester bestehen aus einzelnen Brutzellen, in die jeweils ein Futtervorrat aus Pollen und Nektar angelegt wird. In jede Brutzelle wird auf diesen Vorrat ein Ei gelegt. Anschließend wird die Zelle verschlossen und es
wird mit der nächsten Zelle weitergemacht. Seidenbiene, Holzner_hell
Aus befruchteten Eiern entstehen Weibchen, aus unbefruchteten Männchen. Die Zellen mit den unbefruchteten Eiern erhalten weniger Proviant, da die Männchen keine Eier legen müssen und aus diesem Grund nicht so viel eiweißreiches Futter als Larven benötigen. Die Zellen mit den Männchen werden zuletzt gebaut, da die Männchen vor den Weibchen schlüpfen.

Solitärbienen legen – anders als Honigbienen – keine Honigvorräte an. Sie sammeln lediglich Futtervorrat für die Entwicklung der Larven. Im Gegensatz zu den Solitärbienen leben Honigbiene, Hummel und einige Vertreter der Furchenbienen sozial.

Holzbiene Xylocopa violacea, Holzner

Die meisten Bienen sind in der Wahl ihrer Nistplätzte hochspezialisiert. Etwa die Hälfte aller Arten in Österreich gräbt ihre Nester im Boden selber. Nester anderer Wildbienenarten findet man im Pflanzenstängeln, morschem Holz, in Schneckenhäusern, an Steinen und Felsen und in sonstigen Hohlräumen.

Eine bunte Landschaft für Bienen
In der Kulturlandschaft bieten Randflächen und Säume entlang von Äckern, Hecken, Wäldern, Gewässern, Gräben aber auch Sandgruben, Trockenmauern, Löss- und Lehmwände, Brachen und Wiesen Lebensräume für Wildbienen. Im Siedlungsgebiet können das ungenutzte Flächen („Gstetten“), Parks, Privatgärten oder Balkone sein. Je abwechslungsreicher die Landschaft, desto besser geht´s den Bienen.

Stefanie Stadler

 

 

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