Experimentleitfaden Wildbienen

Worum geht es?

Wildbienen benötigen zur  Versorgung ihrer Nachkommen große Pollenmengen, die sie in ihr Nest eintragen. In der Regel ist der Pollen von vielen Dutzend bis mehreren hundert Blüten für die Entwicklung einer einzigen jungen Biene notwendig. Dementsprechend oft muss die Mutter-Biene den Weg zwischen Pollenfutterpflanze und Nest zurücklegen. Wir wollen überprüfen, ob die Menge der blühenden Pflanzen in eurem Garten und im Umkreis einen Einfluss auf jene Zeit hat, die die Biene braucht, um vom Nest zur Blüte und wieder retour zu fliegen. Wir nehmen an, dass sie umso länger braucht, je weniger Blumen in der Nähe sind.

In diesem Experiment werden zwei Aufgaben gestellt:

  • Stoppe, wie lange die Biene für ihren Sammelflug braucht
  • Halte fest, wie weit die Biene mit dem Bau ihres Nestes ist

Was ist schon vorher zu tun?

  • Hänge die Nisthilfe im zeitigen Frühjahr an einem besonnten, ost- oder südexponierten, vor Regen geschützten Platz (Hausmauer, Baumstamm…) auf.
  • Die Gehörnte und die Rote Mauerbiene sind in Siedlungsgebieten und Gärten in Österreich sehr häufig. Die Nisthilfe wird daher meist von selbst rasch von Mauerbienen besiedelt. Wenn ihr etwas nachhelfen wollt, legt die Kokons der Gehörnten Mauerbiene (Osmia cornuta), die ihr bekommen habt, einige Tage bevor ihr die ersten Aufnahmen machen wollt, an einen geschützten Platz in die Nähe der Nisthilfe. Ihr könnt auch die Schachtel, in der ihr die Kokons bekommen habt, mit einem Paketklebeband oder ähnlichem an die Nisthilfe kleben und einen Spalt aufmachen. In der Regel schlüpfen die Männchen vor den Weibchen.
  • Bevor ihr die ersten Erhebungen durchführt, überlegt, was ihr draußen alles braucht:
    -Erhebungsbogen Flugdauer (am besten gleich mehrere)
    -Erhebungsbogen Nistfortschritt
    -Stickerbogen (außer ihr füllt den Erhebungsbogen Nistfortschritt mit Buchstabencodes aus)
    -Stoppuhr (die meisten Handys haben eine)
    -Stifte zum Schreiben

Die Gehörnte Mauerbiene fliegt schon bei geringen Temperaturen aus (ab 4°C), aber Wildbienen bevorzugen trockenes, sonniges Wetter. Bei solchen Witterungsbedingungen kannst du Bienen am besten beobachten. Wenn es regnet, verschiebe deine Erhebungen auf einen anderen Tag.
Beobachtungszeitraum am besten Ende März bis Mai.

Los geht´s! Beginn der Aufnahmen

Stoppe, wie lange die Biene für ihren Sammelflug braucht

Nimm den Erhebungsbogen Flugdauer und fülle alle allgemeinen Daten im ersten Block aus. Wenn ihr etwas nicht wisst (z.B. Adresse des Gartens) fragt eure/n Lehrer/in.
Nun beobachtet die Nisthilfe und wählt eine Biene aus, von der ihr die Flugdauer stoppen wollt. Ihr könnt gleich loslegen oder vorher die Biene markieren.

Achtung! Es ist sehr unwahrscheinlich, aber die Bienenweibchen können stechen. Darum vermeide es, auf die Biene zu drücken oder sie arg in Bedrängnis zu bringen.
Wenn dich eine Wildbiene stechen sollte, ist es gut zu wissen, dass der Stachel im Gegensatz zur Honigbiene nicht in der Haut bleibt und nur geringe Giftmengen abgegeben werden.

Nun fülle den zweiten Block am Erhebungsbogen mit den Daten zu deiner Biene aus. Den Namen der Biene kannst du dir aussuchen (Bienchen Blaupunkt, Brummerchen…..), beim Notieren der Röhrchennummer schau auf die Nummer am Loch der Nisthilfe, aus dem deine Biene herauskommt.
Nun stoppe, wie lange der Sammelflug deiner Biene dauert. Startzeitpunkt ist, wenn die Biene die Nisthilfe verlässt und Endzeitpunkt, wenn sie wieder in ihr Loch kriecht. Notiere die Dauer des Sammelfluges und was die Biene nach dem Sammelflug im/beim Nest macht. Beispiele dazu findest du am Erhebungsbogen. Beobachte auch, ob die Biene mit einer pollenbeladenen Bauchbürste wieder zum Nest zurückkehrt und welche Farbe der Pollen hat. Mache, wenn möglich ein Foto von der Biene. Du kannst es später mit den Daten auf der Datenhomepage uploaden.
Du kannst bis zu fünf Sammelflüge derselben Biene auf dem Erhebungsbogen vermerken. Bist du mit einer Biene fertig, vergiss nicht, die Uhrzeit am Ende der Aufzeichnungen einzutragen. Willst du eine weitere Biene beobachten, die in einem weiteren Röhrchen der Nisthilfe ihr Nest hat, dann fülle einen weiteren Block für die nächste Biene am Erhebungsbogen aus. Du kannst so viele Bienen beobachten, wie du möchtest.

Halte fest, wie weit die Biene mit dem Bau ihres Nestes ist

Nimm den Erhebungsbogen Nistfortschritt und fülle die allgemeinen Daten im ersten Block aus.
Zur Beobachtung des Nistfortschrittes im Wildbienennistkasten wird die Deckplatte mit den Acrylröhrchen abgenommen. Dazu ziehst du die beiden Stifte aus der Deckpatte und nimmst diese mit den Röhrchen heraus.

Nun übertrage, was du im Röhrchen siehst , auf den Erhebungsbogen. Du kannst dabei den Stickerbogen oder die Buchstabencodes für die unterschiedlichen Entwicklungsstadien verwenden. Ein Beispiel findest du auf der Rückseite des Erhebungsbogens. Achte dabei darauf, dass die Nummern auf den Röhrchen mit dem Nummern am Erhebungsbogen übereinstimmen. Die Röhrchen mit dem größeren Durchmesser (schwarze Ziffern) findest du auf der Vorderseite des Erhebungsbogens, die kleineren (rote Ziffern) auf der Rückseite.
Ein Mauerbienenweibchen kann an einem Flugtag mindestens eine Brutzelle fertig stellen. Im Laufe ihres 3-4 wöchigen Lebens kann ein Weibchen also auch mehrere Nester anlegen.

Was mache ich, nachdem ich im Garten was?

Wenn euer Erhebungen an diesem Tag vorbei sind, könnt ihr über den Menüpunkt Dateneingabe eure Daten auf die Homepage übertragen.
Sammelt die Erhebungsbögen in einem Ordner und hebt diesen auf.

Erzähle möglichst vielen Freunden, Bekannten und Verwandten, was du im Garten beobachtet hast!

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